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Juli 2025
Westfalenpost, 16.07.2025
Platzt Einzelstart bei EM? Große Sorge um Ben Tröster
Leichtathleten aus dem Kreis Olpe räumen bei Deutschen Meisterschaften ab. Doch ein Wermutstropfen trübt die Glücksgefühle
Olpe/Wattenscheid Überschattet wurden die Glücksgefühle der Leichtathleten aus dem Kreis Olpe bei den Deutschen Meisterschaften der U18 und U20 vom Drama um Ben Tröster von der TSG Lennestadt. Mit großen Hoffnungen war der zweitschnellste Sprinter der U20 dieses Jahres ins Lohrheidestadion von Wattenscheid gekommen, absolvierte seinen Vorlauf souverän in 10,60 Sekunden. Dann das Halbfinale: 10,58 Sekunden und erneut Platz eins. Doch auf der Ziellinie der Griff zum Oberschenkel. Kein Finale und natürlich auch kein Start über 200 Meter.
„Ich spürte schon bei etwa achtzig Meter einen Schmerz im Oberschenkel“, berichtet Ben Tröster von der entscheidenden Phase im Halbfinale, „und ich habe versucht, einfach weiterzulaufen, so viel Motivation war noch da. Ich wollte unbedingt das große Q (direkte Qualifikation für das Finale, Anm. d. Red.) und habe mich noch ins Ziel gerettet.“ Doch im Finale blieb seine Bahn frei. „Ich wollte noch Platz machen für einen Kollegen, aber dazu war es dann leider zu spät.“
Für den Einzelwettbewerb bei den Europameisterschaften der U20 in Tampere Anfang August kommt Ben Tröster nun nicht infrage. Die Vorgaben des DLV sind klar: Nur die ersten Drei starten in Finnland. „Aber für die Staffel bin ich nominiert“, so der Athlet der TSG Lennestadt, der eine Überweisung für ein MRT hat, „der Termin ist auf Freitag festgelegt. Aber ich bin zuversichtlich, dass ich bald wieder fit sein werde.“ Während dem Abiturienten Ben möglicherweise zwei Medaillen entgangen sind, wurde Zwillingsschwester Maja mit Silber in der Staffel dekoriert.
Himmelhochjauchzend, zu Tode betrübt – auf diesen einfachen Nenner lassen sich die drei Tage von Wattenscheid aus der Sicht der Olper Leichtathletik zusammenfassen. „Ja, es waren schwierige Zeiten“, blickte Trainer Michael Kluge auf die letzten Monate zurück, als vor allem Maja Blagojevic und Hannah Bauermann sich immer wieder mit Verletzungen, aber auch Krankheiten plagten, „doch nun haben sie sich mit der Silbermedaille belohnt. Andere hätten bei der Leidensgeschichte längst hingeworfen.“
Und dieses Silber glänzte wie Gold, als dem mit Maja Tröster und Hannah Carin Brieden ergänzten Quartett die Medaille umgehängt wurde. Doch Coach Michael Kluge weiß genau, dass auch Mia Glasow und Anna Piwowarski an diesem Erfolg beteiligt waren. Kluge erwähnte aber auch das riesige Engagement der Eltern, die ihre Töchter, teilweise seit Jahren schon, in jeder Hinsicht unterstützt hatten. Sie kommen aus Waldbröl wie Hannah Bauermann, aus Siegen wie Anna Piwowarski, aus Wipperfürth wie Hannah Carin Brieden oder aus Lennestadt wie Maja Tröster. Einen Führerschein haben die jungen Damen ja noch nicht.
Am Ende blieben die Uhren bei fast unglaublichen 46,09 Sekunden stehen - Rang zwei bei der DM. Hannah Brieden spurtete auf der Zielgeraden an der Schlussläuferin von LAC Erdgas Chemnitz vorbei und brachte den Stab mit sieben hundertstel Sekunden Vorsprung ins Ziel. Nebeneffekt: Kreisrekord über alle Altersklassen
Die jüngste Staffel aller Teilnehmer eröffnet der heimischen Startgemeinschaft glänzende Perspektiven für 2026. „Zwei Mädels gehören noch zur U18, die anderen zählen alle auch im nächsten Jahr noch zur U20“. sagt Michael Kluge.
Spitzensport lieferte auch Hannah Carin Brieden (U18) vom TV Olpe am Schlusstag über 200 Meter ab. Mit 24,68 Sekunden fehlten gerade einmal vierhundertstel Sekunden an Bronze. „Der vierte Platz bei einer Deutschen Meisterschaft ist natürlich großartig“, sagte ihr Trainer Dieter Rotter, „sie hat sich richtig gut in Szene gesetzt.“
Gabriel Niklas von der SG Wenden konnte bei seinem ersten DM-Start wichtige Erfahrungen sammeln. „Die Vorläufe über 1500 Meter waren rein taktisch geprägt“, schilderte SG-Trainer Egon Bröcher, „es waren fast Steherrennen.“ Mit 4:26,52 Minuten war er zwar nur 1,4 Sekunden hinter dem Vorlaufsieger – aber auch sieben Plätze dahinter.
Westfalenpost, 14.07.2025
„Olper Leichtathletik zurück in deutscher Spitze“
U20-Staffel holt Silber bei den Deutschen Meisterschaften in Wattenscheid. Sorge um Ben Tröster
Wattenscheid Es war ein Paukenschlag am späten Freitagnachmittag. Vier junge Damen der Startgemeinschaft Olpe/Lennestadt lagen sich freudetrunken nach dem Zieleinlauf von Hannah Carin Brieden in den Armen. Und die Kamera des Livestreams richtete sich auf die Jubeltraube von Maja Blagojevic, Hannah Bauermann, Maja Tröster und eben Hannah Brieden. Sie hatten gerade nach 46,09 Sekunden Silber geholt bei den Deutschen Jugendmeisterschaften der U20 in Wattenscheid.
„Es war das erste Mal in dieser Saison, dass die Mädels beschwerdefrei an den Start gehen konnten“, sagte Erfolgstrainer Michael Kluge, nach dem Coup im Lohrheidestadion und war sichtlich erleichtert. Er ergänzte: „Nach einer relativ langen Durststrecke ist endlich der Knoten geplatzt.“ Und Karl-Heinz Besting stellte lakonisch fest: „Nach drei Titeln bei Deutschen Meisterschaften in den Jahren 2016 bis 2018 ist die Olper Leichtathletik zurück in der absoluten deutschen Spitze.“
Getrübt wurden die beiden ersten Wettkampftage aus Sicht des Kreises Olpe durch die Verletzung von Ben Tröster (U20) von der TSG Lennestadt, der im Ziel seines Halbfinallaufs plötzlich zum Oberschenkel griff und zum großen Finale nicht mehr antreten konnte. Die Diagnose war zunächst noch unklar (wir berichten noch).
