Leichtathletik ...
... auf der Langstrecke wird man länger angefeuert!
Sara Leubner gewinnt sensationell den Speerwurf
Hannah Carin Brieden siegt über die 200 Meter und in der Staffel
Bei den Westfälischen Titelkämpfen am Wochenende in Lage gelang Sara Leubner im wahrsten Sinne des Wortes der große Wurf. Nein es waren gleich mehrere große Würfe. Sogar ihr Drittbester hätte noch zum Sieg gereicht. Bereits im ersten Versuch schleuderte Sara ihr 500 Gramm schweres Arbeitsgerät auf ihre neue Bestmarke von 35,31 Meter und schockte damit die Konkurrenz, in erster Linie die Favoritinnen Marja Zimmermann vom SV 1860 Minden und Emily Piorr vom VFL Bochum. Saras bisherige Bestleistung stand bei 32,90 Metern, aufgestellt am 24.5.2025 in Olpe. Dass die Siegesweite kein „Ausreißer“ war, bewies Sara mit weiteren erstklassigen Würfen auf 35,24 Meter und 33,74 Meter. Eine würdige Meisterin.
Dank und Hochachtung gilt jedoch auch Saras Trainerin Paula Glasow, die sich seit Jahren neben ihrer Tätigkeit als Assistenztrainerin Sprint in der Leistungsgruppe von Michael Kluge engagiert um den Speerwurfnachwuchs kümmert. Paula äußerte sich einerseits natürlich stolz auf Sara und fügte hinzu: „Ich wusste, dass sie das Zeug zu einer Bestleistung hat, aber war doch überrascht, dass sie im entscheidenden Moment einen so großen Wurf raushaut. Da hat sich das Training absolut ausgezahlt.“
Olper Sprintgarde leidet unter starkem Gegenwind
Die Olper Sprintgarde hatte es schwer im ostwestfälischen Lage. 2 ½ Stunden Anfahrt wirken schon nicht leistungsfördernd. Alles andere als erfrischend war auch die sommerliche Hitze von durchweg mehr als 30 Grad. Zu dieser gesellte sich ein unheilvoller Gegenwind, der über beide Meisterschaftstage alle Bestleistungsversuche in den Sprintdisziplinen verwehte. Michael Kluge kommentierte den Gegenwind von 3,5 Metern pro Sekunden, der Sprinterin Maja Blagojevic im 100 Meter Vorlauf widerfuhr, mit folgender Einschätzung: „Das ist so, als laufe man einen Berg hoch“. So wird es sich tatsächlich angefühlt haben.
Enttäuschung über die unliebsamen Bedingungen stellte sich bei denjenigen ein, die sich im Rahmen der Westfälischen Titelkämpfe noch eine Qualifikationsnorm für die Deutschen Meisterschaften erhofft hatten. Dies betraf unter anderem Alea Bremecker in der Klasse W 15. Im Finale über 100 Meter holte sie zwar in 12,86 Sekunden einen höchst achtbaren dritten Rang, verpasste die Norm zu den Deutschen Jugendmeisterschaften U 16 jedoch um 6/100 Sekunden. Auch über die 300 Meter Distanz gelang Alea mit der ausgezeichneten Zeit von 43,04 Sekunden der Sprung auf den Podestplatz 3. Kommentar Dieter Rotter: „Von Alea bin ich positiv beeindruckt. Über 100 Meter und 300 Meter ist sie nur wegen des Windes an der DM-Norm gescheitert. Sie hätte es mehr als verdient gehabt.“
Einen Bronzerang über 100 Meter und zwei Titelgewinne über die 200 Meter und mit der 4 x 100 Meter Staffel machten Hannah Carin Brieden zu einer der erfolgreichsten Athletinnen der Meisterschaften. Schon am Wochenende zuvor war sie über die 100 Meter Hürden erfolgreiche Titelträgerin geworden. Das 200-Meter-Finale war hochspannend und eine echte Show für die Zuschauer. Die sprintstarke Maja Bolinger vom LAZ Soest, Meisterin über die 100 Meter, war sehr schnell angegangen und lag eingangs der Zielgeraden noch gleichauf mit Hannah. Auf den letzten 100 Metern hatte Hannah die größeren Reserven und zog ihrer Gegnerin langsam aber unwiderstehlich davon. Am Ende gewann sie in 25,01 Sekunden vor ihrer schärfsten Konkurrentin, die in 25,25 Sekunden als Zweite einlief.
Hoffnung auf eine Top-Platzierung bei den Deutschen Jugendmeisterschaften in Bochum Wattenscheid am zweiten Juliwochenende kann sich Hannah Brieden seit dem Finale in Lage wieder mit ihrer U20 4 x 100 Meter-Staffel machen. Auch wenn Maja Blagojevic und Hannah Bauermann nach wie vor mit muskulären Problemen zu kämpfen haben, siegte das Quartett der Startgemeinschaft Olpe/Lennestadt überlegen mit neuer Saisonbestleistung von 46,84 Sekunden. Maja Blagojevic, Hannah Bauermann, Maja Tröster und Hannah Carin Brieden blieben mit dieser Leistungssteigerung nur 14/100 Sekunden über dem Kreisrekord aus dem Jahr 2014 und liegen aktuell auf Rang 5 der deutschen Bestenliste.
In den Einzelfinals in ihren Klassen überzeugten Maja Tröster von der TSG Lennestadt und Mia Glasow von der Olper Leichtathletik. Maja Tröster, U20, wurde in 12,57 Sekunden (1,9 m/s Gegenwind !) Dritte, mit nur 2/100 Sekunden Rückstand auf Jessica Direson vom LC Paderborn. In der Klasse U18 überzeugte Sprinterin Mia Glasow, die sich immer weiter der 13-Sekunden-Marke nähert. Im Vorlauf über die 100 Meter qualifizierte sich Mia in 13,20 Sekunden (bei 1,4 m/s Gegenwind) für das Finale. Dort steigerte sie sich auf die persönliche Bestzeit von 13,13 Sekunden. Damit gilt Mia aus Olper Sicht als eine der absolut positiven Lichtgestalten der Meisterschaftstage. Die nachhaltige und fachmännische Aufbauarbeit von Trainer Michael Kluge macht sich bei Mia mehr und mehr bezahlt.
In der Frauenklasse bewiesen mit Annica Deblitz, Sophia Werthenbach und Sarah Langemann drei ehemalige Deutsche Meisterinnen, dass sie es immer noch draufhaben. Verstärkt mit Schlussläuferin Helena Tröster von der TSG Lennestadt erkämpften sich das Trio über die 4 x 100 Meter eine Topzeit von 48,40 Sekunden und sicherten sich damit den Bronzerang. Im Finale über 100 Meter der Frauen kam Annica Deblitz in 12,51 Sekunden (Gegenwind 1,7 m/s) auf Rang 4. Auch Sarah Langemann nahm neben der Staffel noch an einem Einzelwettbewerb teil. Die frühere Langhürdenspezialistin nahm in Lage die 400 Meter ohne die Hindernisse unter die Füße. In persönlicher Bestzeit von 62,25 Sekunden wurde Sarah Fünfte.
Mit zwei Staffeln startete die Olper Leichtathletik im Finale über 4 x 100 Meter der Klasse U16. Team 1 belegte in der Aufstellung Mia Gross, Alea Bremecker, Johanna Uelner und Johanna Aitzetmüller in 50,72 Sekunden Rang 4. Auf Rang 14 schob sich Team 2 mit 53,59 Sekunden in der Aufstellung Alicia Huperz, Lina Purgander, Pauline Dinter und Thea Köhler. Auf Rang 3, und damit auf den Platz vor dem Olper Team 1, rannten die U16 Mädchen der LG Kindelsberg Kreuztal ins Ziel.
Mit zwei Eisen im Feuer startete die Olper Leichtathletik im Kugelstoßen. Mit der 4 KG Kugel errang Anna Piwowarski in der Klasse U20 mit persönlicher Bestweite von 9,31 Meter Rang 4. Auch Pauline Dinter erzielte eine persönliche Bestleistung, und zwar in der Klasse W 14. Mit der 3 KG Kugel schob sie sich mit 9,71 Metern auf Rang 6 und durfte das Siegerpodest betreten. Die neue PB ist schon bemerkenswert. Die Leistung war zeitweise Platz 2 in der Westfälischen Bestenliste. Im starken Feld der letzten acht Teilnehmenden zeigte sich am Ende die höhere Trainingsleistung im Bereich Kugelstoß. Bei Westfälischen Landesmeisterschaften gibt es Urkunden bis einschließlich Platz 8. „Eine klasse Leistung“, so lautete die Stellungnahme von Trainer Dieter Rotter.
Nicht alle Athleten, deren Eltern und die Trainer nahmen die Strapaze auf sich, am zweiten Wettkampftag erneut die weite Fahrt nach Lage auf sich zu nehmen. Man blieb in Lage und verabredete sich in großer Gruppe zu einem schönen gemeinschaftlichen Abend mit Restaurantbesuch. Auch das gehört zu einem gelungenen Meisterschaftswochenende.
