Leichtathletik ...

... auf der Langstrecke wird man länger angefeuert!

Deutsche Meisterschaften U18/U20 in Wattenscheid

Staffel der StG Olpe/Lennestadt holt sich die Silbermedaille in der U20

Pure Emotion, Fassungslosigkeit ob der eigenen Leistung, Tränen der Freude und ein Lachen übers ganze Gesicht. Als Hannah Carin Brieden als Schlussläuferin der 4x100m-Staffel der U20 die Ziellinie überlief schaute sie nach links, schaute sie nach rechts. Dann kommt schon Maja Tröster als Dritte des Quartetts von hinten angelaufen und umarmt Hannah.


Pure Emotion, Fassungslosigkeit ob der eigenen Leistung, Tränen der Freude und ein Lachen übers ganze Gesicht. Als Hannah Carin Brieden als Schlussläuferin der 4x100m-Staffel der U20 die Ziellinie überlief schaute sie nach links, schaute sie nach rechts. Dann kommt schon Maja Tröster als Dritte des Quartetts von hinten angelaufen und umarmt Hannah.

Das Ergebnis auf der Anzeigentafel zeigte es – die Startgemeinschaft Olpe/Lennestadt hat soeben Silber mit einer Zeit von 46,09 Sekunden. Dies bedeutet nicht nur Edelmetall, sondern auch eine Verbesserung des Kreisrekords aus dem Jahr 2017 in der U23 der Frauen um 2/100. Der vorherige Kreisrekord der U20 lag bei 46,70 Sekunden.

Vorangegangen war ein ganz starker Lauf des Quartetts. Maja Blagojevic als Startläuferin hatte die Verantwortung, den Staffelstab sicher auf die Strecke zu bringen. Nach einem Fehlstart einer Konkurrentin lagen die Nerven offen. Doch mit innerer Ruhe gelang der Start von Maja und sie übergab nach 100 m den Stab sicher an Hannah Bauermann. Beide hatten in den letzten Monaten muskuläre Probleme. Jetzt aber liefen beiden volles Tempo. Wechsel von Hannah Bauermann auf Maja Tröster, da war das Team Vierter. Maja läuft auf und davon und holte die vor ihr laufende Athletin ein. Dann Wechsel auf Schlussläuferin Hannah Carin Brieden. Die klöppelt die Tartanbahn heiß, sprintet kraftvoll und überholt auf den letzten Metern noch die Läuferin des LAC Erdgas Chemnitz.

Die mitgereisten Fans sind völlig aus dem Häuschen. Per Livestream waren viele vorm Tablett ebenso fasziniert. Glückwunsch an das Team, wozu auch die Ersatzläuferinnen Mia Glasow und Anna Piwowarski gehören. Die Siegerehrung, die eigentlich für den Freitagabend vorgesehen war, wurde am Samstagmittag durchgeführt. Das war auch gut für diejenigen, die als Zuschauer erst am Samstag das Team weiter begleiten konnten. Am Freitagabend wurde noch gemeinsam gefeiert.

Hannah² laufen am Samstag über 100 m in der U18

Zwei Mal Hannah, zwei Mal Maja! Der Stadionsprecher hatte es mit unseren Athletinnen leicht. So auch bei der Ansage der Läufe über die 100 m in der U18 am Samstag. Da liefen Hannah Bauermann und Hannah Carin Brie-den. Eine offiziell für den Skiclub Olpe, eine offiziell für den TV Olpe – doch beiden ist klar, dass es nur ein Wir in der Olper Leichtathletik gibt. Konkurrentinnen auf der Bahn, Freundinnen beim Training.

Hannah Carin Brieden stürmt im ersten Vorlauf über die 100 m. Ihre Zeit 12,31 Sekunden. Damit qualifiziert sie sich direkt für das Halbfinale zwei Stunden später.

Hannah Bauermann läuft 12,22 Sekunden und damit Saisonbestleistung. Da in ihrem Lauf Athletinnen waren, die noch schneller waren, braucht sie die Entscheidung der weiteren Zeitschnellsten. Ihre Zeit reicht dafür natürlich. Somit gehen Hannah² in eine Kurzpause und dann wieder mit ihren Trainern Dieter Rotter und Michael Kluge zum nahen Aufwärmplatz.

Währenddessen bekommen die Zuschauer im Stadion die offizielle Wiedereröffnung des Stadion live mit. Unter Anwesenheit des Ministerpräsidenten des Landes Nordrhein-Westfalen Hendrik Wüst, dem DLV-Vorstandsvorsitzenden Idriss Gonschinska sowie Bochums Oberbürgermeister Thomas Eiskirch wurde der Sportpark Lohrheide offiziell eröffnet. In den vergangenen zwei Jahren war das Lohrheidestadion umfassend umgebaut und modernisiert worden. Deutschlands Leichtathletik-Talente weihen damit das Stadion, das Ende Juli auch die Leichtathletik-Wettkämpfe der FISU World University Games ausrichtet, an diesem Wochenende mit den Deutschen U18- und U20-Meisterschaften ein.

Im Halbfinallauf durfte dann Hannah Bauermann zuerst ran. Ihre Zeit: 12,37 Sekunden. Das reichte nicht mehr für das Finale. Aber sie selbst und Trainer Michael waren hochzufrieden. Die Muskulatur hatte gehalten und das persönliche Ziel mehr als erreicht. Dann Hannah Carin Brieden – ihre Zeit: 12,35 Sekunden. Dies reichte ebenfalls nicht für den Endlauf. Aber Trainer Dieter hatte mit ihr abgestimmt, dass ihr 200m-Lauf am Sonntag im Fokus läge. Auch klagte sie über Rückenbeschwerden nach dem Halbfinallauf. Da wollte man auf Nummer Sicher gehen.

Hannah Carin Brieden läuft am Sonntag auch über 200 m der U18

Ihren dritten Einsatz an diesem Wochenende hatte Hannah Carin Brieden dann am Sonntag über die 200 m der U18. Im vierten Halbfinallauf lief sie eine Zeit von 24,91 Sekunden und qualifizierte sich damit direkt für den Finallauf. Ihre Reaktionszeit aus dem Start betrug 0,138. Gute Reaktionszeiten aus dem Startblock im Sprint liegen typischerweise im Bereich von 0,13 bis 0,16 Sekunden. Alles unter 0,1 Sekunden wird als Fehlstart gewertet, da dies als die schnellstmögliche Reaktionszeit für Menschen gilt.

Mit 24,64 Sekunden war sie für die DM gemeldet. Aufgestellt in Wetzlar sollte dies ihr Ziel sein. Am Ende waren es 24,68 Sekunden. Damit darf sie sich über Platz 4 freuen. Die Drittplatzierte vom TSV Marktoberdorf lief übrigens die 200 m in 24,64 Sekunden. Aber Hannah ist nach eige-ner Aussage „… mega zufrieden. Alles richtig gemacht!“.

Das denken wir auch und gratulieren ihr und Trainer Dieter sehr herzlich! Man muss allen Athletinnen in dem Lauf zugestehen, dass sie nervös waren. Kurz vor dem Start gab es einen stadionweiten Feueralarm und eine Evaku-ierungsaufforderung. Dieser wurde zwar zeitnah zurückgenommen, da es ein Fehlalarm war, aber die Irritation war da.

Es geht weiter im Quadrat – jetzt im Nachnamen

Maja Tröster und Ben Tröster liefen für die TSG Lennestadt. Maja über 100 m der U20 und Ben über 100 m der U20. Maja zeigte sich in guter Form und lief eine Zeit von 12,36 Sekunden und damit persönliche Bestzeit. Dies reichte leider nicht für den Einzug in den Finallauf. Trotzdem ist Trainer Jochen Meyer sehr zufrieden, zumal Maja nach einer etwas längeren Knöchelentzündung wieder im Volltraining ist.

Sicher in den Halbfinallauf kam Ben mit 10,60 Sekunden – etwas entfernt von seiner Meldezeit von 10,37 Sekunden. Im Halbfinallauf lief er 10,58 Sekunden. Damit war er für den Finallauf qualifiziert. Schrecksekunde aber bei den mitgereisten Fans. Im Ziel fasst sich Ben an den Oberschenkel und liegt auf dem Boden. Er steht zwar wieder auf, geht aber geradewegs zum Wettkampfphysio. Der empfiehlt genauso wie sein Trainer Jochen Meyer ein Verzicht auf den Start im Finale. Die richtige Entscheidung, allerdings auch mit der Konsequenz, dass Ben nunmehr nicht in der Einzeldisziplin bei den U20-Europameisterschaften in Tampere (Finnland) antreten kann. Über ein Einsatz in der Staffel ist noch nicht entschieden. Wir drücken die Daumen und gratulieren beiden zu ihren Leistungen!

Die Begeisterung für die Leichtathletik zeigt sich auch bei den Eltern. Wir freuen uns, dass es aus deren Reihen Kampfrichterinnen und Kampfrichter gibt, die uns bei den Wettkämpfen auf Kreisebene unterstützen. Einen Schritt weiter sind Alexandra Bremecker und Alexander Kosina. Sie werden aufgrund ihrer Erfahrung auch für West-falenmeisterschaften angefragt. Jetzt aber ging es noch weiter. Sie gehörten in Wattenscheid zum Kampfrichterte-am, welches drei Tage die Sportlerinnen und Sportler bei ihren Wettkämpfen begleiteten. Eine gute Erfahrung, wie sie selbst sagen. Beide waren u. a. dafür da, die Athletinnen und Athleten aus dem Callroom zum Startplatz zu bringen. Aufgrund des minutiösen Zeitplanes war dies eine Herausforderung, wenn man die Größe des Areals bedenkt. „Ich habe noch nie so häufig auf die Uhr geschaut, wie am Samstag“, so Alexandra.

LA 20250712 DM U18_U20

Leichtathletik, 12.07.2025


Zurück

Weitere Informationen

Unser Leichtathletikpartner

Terminkalender

Aktuell sind keine Termine vorhanden.

Fleyer