Basketball ...
... wir sind Eure defense!
Basketball a la Bundesliga
2. Regionalliga - BG Siegen/Olpe – LippeBaskets Werne 88:67 (41:22)
Es war alles angerichtet zu einem großen Basketball-Fest – und am Ende stimmte alles, fast alles. Nur das insgeheim erhoffte Ergebnis wurde denkbar knapp verfehlt. Zwar konnten die Korbjäger der Basketball-Gemeinschaft vom TV Olpe und TV Jahn Siegen die LippeBaskets Werne mit 88:67 (41:22) deutlich auf Distanz halten und fügten den Gästen zugleich die erste Saisonniederlage zu, aber es wollte keine überschäumende Freude aufkommen. Nach der Hinspielniederlage in Werne mit 82:104 fehlten zwei Punkte, um im direkten Vergleich die Nase vorne zu haben. Gewonnen – und doch verloren?
„Dass wir Werne mit 21 Punkten schlagen, habe ich nicht für möglich gehalten“, macht BG Coach Daniel Baethcke aus seinem Herzen keine Mördergrube, „ich habe nur den Jungs vor dem Spiel gesagt, dass sie den Zuschauern zeigen sollen, dass wir eine wahre Familie sind. Und das haben die Spieler perfekt umgesetzt.“
So etwas dürfte die Kreissporthalle in Olpe wohl noch nie erlebt haben. Die Tribüne war mit rund 500 enthusiastischen Fans beider Lager nicht nur voll, es saßen auch viele junge Fans gegenüber der Tribüne auf Bänken – eine Situation, die bei den Handballern ja nicht möglich ist. Die tolle Stimmung auf den Rängen steigerte sich, als die Cheerleaders der Coronette Dancers vor dem Spiel wie auch in der Pause die Kulisse begeisterten. Nach deren Darstellung, optisch und akustisch ein Genuss, ging plötzlich das Licht aus – und zahlreiche Neonfackeln leuchteten auf.
Die Cheerleader standen Spalier, als die Namen der Spieler beider Mannschaften zum Einlaufen aufgerufen wurden. Abklatschen mit den Mannschaftskameraden. Auch die Fans aus Werne, es waren annähernd einhundert, boten schon in dieser Einstimmungsphase den heimischen Fans mehr als nur Paroli. War das Bundesliga? Oder „nur“ Regionalliga? Zumindest war das allererste Sahne, was sich die Macher der BG Olpe/Siegen haben einfallen lassen. Es dürfte nur schwer zu toppen sein. Es stimmte einfach alles an diesem Tag – nur nicht ganz das Ergebnis.
Nach nervösem Beginn, nur 6:6 nach fünf Minuten, sah es zur Halbzeit schon gut aus: 41:22. Optimismus breitete sich aus. Neunzehn Punkte Differenz, es mussten nur noch vier Punkte dazukommen. Doch Werne stemmte sich gegen eine zu deutliche Niederlage. Dann 59:31, plus 28 zugunsten der BG. Es wurde ein unglaublicher Schlagabtausch. Immer wieder forderten die BG-Fans „Defense, Defense“, auch animiert vom Duo Baethcke/Klein sowie von der Bank. Der Funke sprang über. Angetrieben von einem überragenden Jeeremiah Sparks, mit 33 Punkten Topscorer und keine Sekunde auf der Bank, fehlten am Ende gerademal ein Korb.
Gäste-Coach Christoph Henke: „Ganz dickes Kompliment an meine Jungs. Wie sie gegen eine Mannschaft mit einer überragenden Athletik gegengehalten haben, einfach nur toll, viel Respekt. Zum Glück haben wir in der zweiten Halbzeit besser ins Spiel gefunden. Aber noch sind wir lange nicht durch, es liegen noch neun Spieltage vor uns.“
Für Marcel Weiß waren es Probleme beim Rebound: „Da haben wir einige Punkte liegengelassen. Es war ein Spiel auf Augenhöhe, auch für die Fans ein Highlight. Das spürte man schon im Vorfeld in der Stadt, da machte sich viel Vorfreude breit.“ Und Alexander Gerzen ergänzte: „Eine Vorentscheidung war das noch nicht. Freude über den Sieg oder doch Enttäuschung? Im Hinterkopf bleibt eben, dass ein Punkt fehlt. Aber es war dennoch ein geiles Event.“
Der Neuzugang von Haspe 70, Tresor Nsiabandoki: „Wir waren gut vorbereitet, brauchen uns nichts vorzuwerfen. Werne und Olpe sind die beiden mit Abstand besten Teams der Liga.“ Dass es das beste Spiel der Saison war, bestätigt auch Damir Kasun, Lenker und Denker der BG Olpe/Siegen: „Wir hatten es in der Hand, aber es sollte nicht sein.“ Co-Trainer Daniel Klein trug es mit Fassung: „So ist Basketball.“
Statistik: Phillip Becker, Alexander Gerzen (5) Marcel Weiß (3), Tresor Maleo Nsiabandoki (6), Tala Fam Thiam (18), Jack Denis Shannon (11), Damir Kasun (2), Chousin ‚Souleiman, ‚ Bilal Atli (2), Oleksandr Budiuk, Patrik Frakciewicz, Jeremiah Samuel Donal Sharks (33).
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